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Achim Stegmüller
Kein Zeichen, keine Andeutung
Du und ich, der weiße Strand, das weite Meer.
Als wäre über dem Horizont eine Leinwand angebracht,
wie das in Träumen, wie das im Kino ist:
Wir sahen in der Ferne die ganze Stadt
und einzelne Gesichter zugleich: Ein Haus explodierte,
in Flammen ein Mann, Krankenwagen rasten.
Mit ihrem Kind eine rennende Mutter.
Ein angeketteter Hund bemühte alle Kräfte.
Du sagtest, das ist ja fürchterlich.
Wir schwammen das Meer hinaus,
erfrischend und kühl, bis du schriest,
hör auf mich zu treten, hör auf mich zu treten!
Dein Gesicht war rot und schwarz. Ich trat
dich nicht, vereint schwammen wir
durch Quallen zurück, lagen rot und schwarz
am Strand. Am Horizont stürmten Soldaten,
Alarmsirenen, Explosionen, kein Zeichen,
keine Andeutung von Quallen unter dem Meer...

 

Achim Stegmüller   14.08.2007   Druckansicht Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht   Seite empfehlen empfehlen

Achim Stegmüller
Lyrik